Umbau der Karl-Marx-Allee von Otto-Braun-Straße bis Strausberger Platz

Sie war die Vorzeigestraße Ostberlins. Sie ist knapp zwei Kilometer lang und liegt zwischen dem Frankfurter Tor und dem Strausberger Platz. Bis 1961 hieß sie Stalinallee, heute heißt sie Karl-Marx-Allee.

Im Krieg wurde die Gegend zerstört. Zwischen 1952 und 1960 wurde die Straße auf 90 Meter verbreitert und eine sieben- bis neungeschossige Bebauung im stalinistisch-neoklassizistischen Stil der 1950er Jahre errichtet, nach Vorgaben der SED und entgegen den Entwürfen eines städtebaulichen Wettbewerbs: „die wohl monumentalste Straßenbebauung des 20. Jahrhunderts in Deutschland“. Heute stehen die Karl-Marx-Allee und die benachbarte Bebauung als Ensemble unter Denkmalschutz.

Seit dieser Erstbebauung wurde die Straße nicht saniert. Straßen und Gehwege sind beschädigt und machen die Erneuerung in einem etwa 800 m langen Bereich zwischen Otto-Braun-Straße und Strausberger Platz notwendig. Dabei sollen Straße und Bebauung in ihrer Charakteristik unverändert bleiben - diese Erneuerung ist sogar Teil der denkmalgerechten Aufwertung der Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg.

Die Firma Matthäi Berlin wirkt bei der Sanierung der Karl-Marx-Allee und ihrer Umgebung maßgeblich mit: Für den Kfz-Verkehr entstehen zwei Fahrstreifen pro Richtung sowie Parkmöglichkeiten in der Mitte und an der Seite, außerdem zusätzliche Abbiegespuren in den Kreuzungsbereichen. Fahrradfahrer bekommen komfortable Radverkehrs­anlagen, die vor dem Kfz-Verkehr geschützt sind, sowie Fahrradbügel. Für Fußgänger werden neue Gehwege eingerichtet, die auch für mobilitäts­eingeschränkte Menschen geeignet sind. Außerdem werden landeseigene Grünflächen gestaltet und eine neue Beleuchtung installiert.

 

Zur Eigenleistung unseres Unternehmens gehören unter anderem:

• Rück- und Wiedereinbau von Natursteinborden in Straßen- und Gehwegbereichen
• Rück- und Wiedereinbau von Naturstein- sowie Mosaikpflaster in Gehwegbereichen
• Fachgerechtes Aufnehmen und Säubern von historischen Gehwegplatten aus Beton einschließlich Wiedereinbau im Zuge der Baustrecke
• Rückbau von Betonborden, Gehwegbefestigungen wie Betongroßplatten, Ortbetonflächen, Betonsteinpflaster, Straßenausstattungen (Beschilderung, Poller, Fahrradanlehnbügel, Bänke) und nicht wiederverwendbaren Betongehwegplatten
• Einbau von Schottertragschichten in sämtlichen Gehwegbereichen und von Betontragschichten im Fahrbahnbereich
• Neubau von Gehwegbefestigungen aus Gehwegplatten in der Optik der historischen Vorlage, an den signalisierten Knotenpunkten mit taktilen Platten
• Neubau der Gehwegflächen um das Kino „International“ in Optik der vorhandenen Sonderplatten aus Beton
• Aufstellen von Fahrradanlehnbügeln und Pollern im Seitenbereich der Fahrbahnen und in der Berolinastraße
• Einbau neuer Leerrohre und Kabelschächte für die LSA an den Knotenpunkten Karl-Marx-Allee/Alexanderstraße, Karl-Marx-Allee/Schillingstraße/Berolinastraße und Strausberger Platz
• Abbruch alter und Herstellung der neuen Gründung für sämtliche Lichtmaste
• Wiederherstellung der Asphaltfläche mit lärmreduzierendem Asphalt


Zusätzlich zur Eigenleistung beauftragt, koordiniert und überwacht hat die Firma Matthäi Nachunternehmer und Fremdgewerke. Zu diesen Leistungen gehören unter anderem:

• Aufnehmen sämtlicher Asphaltbefestigungen durch Fräsen und Profilfräsen der verbleibenden Betonfahrbahn im 3D-Verfahren
  - Aufbrucharbeiten
  - Erdarbeiten
  - Verkehrssicherung

Massen:

    Zu bewegende Massen:
36.000 Aufnahme von Asphalt bis 15 cm
16.000 Profilfräsen von Beton bis zum 15 cm
16.000 Aufnehmen von Gehwegplatten
2.200 Aufnehmen von Ortbetonplatten bis 40 cm
2.200 Aufnehmen von Mosaik
5.300 m Aufnehmen von Bordanlagen
    Rückbau und Entsorgung von ca.:
3.200 alte Schottertragschichten
2.500 Boden
    Neubau von ca,:
5.000 Einbau von Mosaik
7.100 alten Gehwegplatten
10.000 neue Gehwegplatten (entsprechend dem historischen Vorbild)
1.800 neuen Gehwegplatten am Kino International nach historischem Verlegemuster
7.800 m Einbau von Naturbordsteinen und Betonkantensteinen
26.700 Einbau von Schottertragschichten bis 40 cm
32.000 Erneuerung des gesamten Asphaltaufbaus zwischen 18 - 30 cm
1.300 m Verlegung von Kabellehrrohren
200 Stk. Aufstellung von Pollern
70 Stk. Aufstellen von Fahrradständern
150 Herstellung von bewehrten Lichtmastfundamenten
5.500 m Absperrschranken
1.400 Stk. Leitbaken
10,4 km Gelbmarkierung
 

Bausumme:
6.681.359,00 EUR (netto)

Bauzeit:
2018 - 2021

Auftraggeber: 
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz