HERAUS­FORDERUNGEN MEISTERN

Erfahrungsbericht des Bauunterneh­
mens Matthäi zur Corona-Krise

Mit mehr als 2.500 Mitarbeitern an über 50 Standorten zählt die Matthäi­ Gruppe zu den größten Baudienstleis­tern in Norddeutschland. Mit diesem Erfahrungsbericht möchten wir einen Einblick in die vielen Herausforde­rungen und Entscheidungen geben, denen wir uns seit Mitte März zu stel­len hatten. Diese sind natürlich nicht auf alle Branchen übertragbar und lediglich ein einzelnes Puzzleteil im Vergleich zur deutschen Volkswirt­schaft. Zudem gibt es sicherlich viele Methoden, auf eine internationale Ge­sundheitskrise zu reagieren - von der
Vorbereitung über den bundesweiten Lockdown bis hin zur langfristigen Perspektive.

 

Wie gut kann man vorbereitet sein?

Bereits im Januar und Februar 2020 kam es mit der Ausbreitung des Coronavirus in Italien auch in Deutschland zu Schlagzeilen. Europa ist wirtschaftlich und gesellschaftlich sehr stark vernetzt, sodass die Vorstellung, ein Virus könne vor Landesgrenzen haltmachen, nicht realistisch erschien. Als die Grenzen von und nach Italien geschlossen wurden, entschied sich die Matthäi-Gruppe im März zu einem Stresstest. Was passiert, wenn von heute auf morgen sämtliche Matthäi­ Mitarbeiter zu Hause bleiben müssten? Der Test fiel sehr ermutigend aus. Die Digitalisierung bei Matthäi war zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten.
Die Infrastrukturen für eine massive Ausweitung des Homeoffice waren einge­richtet. Wir kauften zusätzliche Laptops ein, übten uns in der Handhabung von Telefonkonferenzen und erarbeiteten für die Notbesetzungen in unseren Büros ein gruppenweites Hygienekonzept.

Baustellenbetrieb während des Lockdowns

Als Bauunternehmen können wir uns glücklich schätzen, dass das Kerngeschäft nur sehr selten in geschlossenen Räumen stattfindet. Die Forschung hat bereits recht früh in der Pandemie darauf hingewiesen, dass das Infektionsrisiko im Freien deutlich geringer sei als in geschlossenen Räumen. Darum haben wir uns bei der Organisation besonders auf die wenigen Kontaktpunkte konzentriert, an denen Abstand nicht immer möglich ist. Wir haben Fahrgemeinschaften zu den Baustellen verkleinert und nach Möglichkeit fest zugeordnet. Für ein möglichst sicheres Verhalten auf den Baustellen wurde ein Merkblatt erstellt, das eine sehr gute und einfache Orientierung möglich machte. Der Erfolg: Bis heute kam es auf unseren Baustellen glücklicherweise zu keinen Infektionen. Wir konnten durcharbeiten.

Messen und andere Großveranstaltungen

Das Geschäftsleben eines Bauunternehmens findet natürlich nicht nur auf der Baustelle statt. Über das Jahr hinweg nehmen wir an verschiedenen Messen teil, besuchen Veranstaltungen, Weiterbildungen und geschäftliche Meetings. Diese Planungen wurden mit dem Beginn des Lockdowns in Deutschland sehr kurzfris­tig beendet. Das Sommerfest der Gruppe wurde abgesagt, Messeauftritte wurden auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen wurden Kundenkontakte per Videokonferenz deutlich intensiviert. Die Mitarbeiter im Homeoffice und die ver­bliebenen Kollegen im Büro wurden von der Gruppe mit Lunchpaketen versorgt, damit möglichst niemand für sein Mittagessen zum Einkaufen gehen musste.

Nach dem Lockdown - Schritte Richtung Normalität

Die Zahlen belegen es deutlich: Die Wochen des Lockdowns hatten einen durch-schlagenden Effekt auf das Infektionsgeschehen. Welches aber sind die ersten sinnvollen Schritte hin zur Arbeitsnormalität? Einen zweiten Lockdown aufgrund einer zu schnellen und ungeplanten Normalisierung möchte sicherlich niemand in diesem Land riskieren. Darum entschied sich die Matthäi-Gruppe dafür, die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Empfehlungen der Gesundheitsämter und der Vorgaben der Politik schrittweise zu lockern. Um die Mitarbeiterzahlen in den Büros gering zu halten, arbeiteten wir zunächst mit halben Belegschaften im täglichen Wechsel. Mitarbeiter, die zu Risikogruppen zählen, dürfen natürlich auch weiterhin von zu Hause aus arbeiten.

Konzept für die Zukunft

Alle Regelungen, die das Thema Arbeitssicherheit betreffen, werden bei Matthäi im Konzept „Mach's sicher" festgehalten. Dieses Konzept wurde im Zuge der Corona-Pandemie entsprechend erweitert, um auch für die Zukunft ein sicheres, abgestimmtes Handeln zu gewährleisten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Einhalten staatlicher Regelungen und der Empfehlungen der Institutionen des Gesundheitssystems einen starken Effekt hatte. In Kombination mit eigenen Maßnahmen, die über die offizielle Regulierung hinaus gehen, haben wir es in der Gruppe geschafft, unsere Arbeit fortzusetzen und dabei virusfrei zu bleiben. Diese Erkenntnis nehmen wir mit in die Zukunft.

Wie geht es unseren Auszubildenden?

Matthäi ist einer der größten Ausbildungsbetriebe in der Region. Über hundert junge Talente werden in diesem Jahr bei uns auf ihre Abschlussprüfungen vor-bereitet. Um sie dabei bestmöglich zu unterstützen, haben wir unsere Azubis
mit Firmen-Laptops ausgestatten, sodass sie ihre Hausaufgaben sicher von zu Hause aus erledigen und am Digitalunterricht teilnehmen konnten. Wir drücken allen Prüfungsanwärtern die Daumen, dass sie für diese herausfordernde Zeit mit einem großartigen Abschluss belohnt werden.