Grundinstandsetzung Gerickesteg

Der Gerickesteg ist eine Fußgängerbrücke mit eine Stützweite von 52 Metern. Er überspannt die Spree und verbindet Moabit im Norden mit Tiergarten im Süden, außerdem bildet er vom Norden aus einen direkten Zugang zum S-Bahnhof Bellevue.

In den Jahren 1913/1914 wurde der Steg nach Entwürfen von Bruno Möhring erbaut. Zunächst hieß er Bellevuesteg, später wurde er zum Andenken an den österreichischen Dirigenten und Komponisten Wilhelm Gericke in Gerickesteg umbenannt.

Am Ende des 2. Weltkrieges sprengten die Nationalsozialisten den Steg und zerstörten vor allem das südwestliche Widerlager. Aber der Überbau blieb weitgehend intakt und in den Jahren 1949/50 wurde der Steg wiederhergestellt, allerdings in vereinfachter Form. Vor allem ohne die Schmuckelemente an den Widerlagern und die achteckigen Jugendstil-Laternen - was eigentlich alles für einen eventuellen späteren originalgetreuen Wiederaufbau entfernt worden war. Aber man weiß nicht, wo diese Teile verblieben sind.

Im Laufe der Jahre wurde der Gerickesteg mehrfach saniert und modernisiert. So verlegte die damalige Bewag Anfang der 1960er Jahre Fernwärmeleitungen darunter, im Jahr 1968 wurde eine Grundinstandsetzung mit einer neuen Gehbahnkonstruktion durchgeführt, 1990 wurde der Korrosionsschutzanstrich des Stahlüberbaus erneuert, und 1994 der Asphaltbelag.

Nun wurde eine Grundinstandsetzung notwendig: Das Korrosionsschutzsystem der Stahlkonstruktion war schadhaft, es gab lokale, konstruktive Schwachstellen, und deswegen hatten die Stahlbauteile Korrosionsschäden; die Widerlagerwände wiesen Risse in den Mörtelfugen und Naturverblendsteinen sowie auf den Stampfbetonsichtflächen auf. Auch die Treppenanlagen hatten Risse und offene Fugen.

Die Firma Matthäi Berlin hat die Grundinstandsetzung durchgeführt. Hierbei gab es mehrere besondere Herausforderungen zu meistern: So steht das gesamte Bauwerk unter Denkmalschutz.  Außerdem musste die Schifffahrt während der Bauarbeiten halbseitig aufrechterhalten werden. Vor allem hatte die Firma Matthäi Berlin die Drittfirmen wie zum Beispiel Vattenfall und eine Vielzahl von Gewerken zu koordinieren. Besonders anspruchsvoll war hierbei die Steuerung der zeitweise parallel durchgeführten Arbeiten wie Stahlbau, Gerüstbau, Stahlbetonbau und Korrosionsschutzarbeiten. Diese Arbeiten waren untereinander stark verzahnt und mussten aufgrund der ambitionierten Terminkette gleichzeitig durchgeführt werden.


Zur Eigenleistung unseres Unternehmens gehören unter anderem:

• Erdarbeiten und Baugrubensicherung
• Straßenbauarbeiten
• Leitungsbauarbeiten
• Beton-, Stahlbeton- und Maurerarbeiten
• Ausbauarbeiten


Zusätzlich zur Eigenleistung beauftragt, koordiniert und überwacht hat die Firma Matthäi Nachunternehmer und Fremdgewerke. Zu diesen Leistungen gehören unter anderem:

• Technische Bearbeitung
• Bestandsunterlagen
• Abbruch-, Spreng- und Taucherarbeiten
• Rammarbeiten
• Stahlbau-, Schmiede- und Schlosserarbeiten
• Steinmetzarbeiten
• Beschichtungen, Abdichtungen
• Entrostungs- und Malerarbeiten
• Lärmschutz, Beleuchtung, Taubenschutz
• Verkehrsführung Bauzeit
• Hilfsbauten und besondere Anlagen

Massen:

250  m³ Boden ausgehoben und eingebaut
300  m² Asphalt, Estrich und Betonplatten aufgenommen
100  m³ Stahlbeton der Kammer- und Mittelwände sowie Treppenanlagen abgebrochen
440  m FW-Leitungen inkl. KMF-Ummantelung zurückgebaut
250  m Kabel- und Schutzrohr zurückgebaut
100  to Dalben und Leitwerk eingebaut und bauzeitlich umgesetzt
5.800  m³ Schutzgerüst des Überbaus sowie der Widerlager hergestellt inkl. Klimatisierung, SW-Anlage und Arbeitsgerüste
300  m² Gehbahn aus Stahlblechen mit RHD-Belag auf ca. 700 Stück Befestigungspunkten eingebaut
ca. 2.200  m² Stahl des Überbaus und der neuen Ausstattung gestrahlt und Korrosionsschutz appliziert
2.500  Stk. Verbindungsmittel mit Korrisionsschutz ergänzt
75  m³ Stahlbeton für Kammer-, Mittel-, Flügelwandverstärkung hergestellt
900  Stk. Anschlussbewehrung hergestellt
220  m Betonstufen eingebaut
120  m historisches Geländer abgebaut, instandgesetzt, beschichtet und wieder eingebaut
600  m Kabel und Schutzrohre montiert
60  Stk. Rohrhalterungen der FW-Leitungen hergestellt und montiert
40  Stk. Rohrhalterungen für Kabelschutzrohre der SFZ
250  m² Naturstein der Widerlager gereinigt/instandgesetzt und mit Anti-Graffiti-Schutz versehen
4  Stk. Postamt-Leuchten abgebaut, instandgesetzt und wiederaufgebaut
2  Stk. Hängeleuchten abgebaut, instandgesetzt und wiederaufgebaut
8  Stk. LED-Schifffahrtszeichen montiert
    Erstellung sämtlicher Ausführungspläne des Projektes und Durchführung einer baubegleitenden Schwingungs-, Setzungs- und Verformungsmessung

Bausumme:

ca. 2.350.000,00 EUR (netto)
Bauzeit:

April 2015 - April 2018
Auftraggeber: 
Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz von Berlin