Grundinstandsetzung einer Betonbrücke

Die Sieversbrücke überquert den Teltowkanal bei km 20,74 und bildet eine wichtige innerstädtische Verbindung zwischen den Ortsteilen Steglitz und Lankwitz im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Sie wurde im Jahr 1955 erbaut und im Laufe der Jahrzehnte hat sich ihr Zustand so verschlechtert, dass der Verkehr ab dem Jahr 2009 auf 18 Tonnen in der Hauptspur und 7,5 Tonnen in der Nebenspur begrenzt war. Dies hat den Anlieger- und Durchgangsverkehr erheblich eingeschränkt.
Darum wurde im Jahr 2013 die Fa. Matthäi Berlin mit der Grundinstandsetzung der Sieversbrücke beauftragt, um eine Restnutzungsdauer des Bauwerks von etwa 30 Jahren zu erzielen.

Diese Baumaßnahme war in vielerlei Hinsicht sehr anspruchsvoll. So waren die Arbeiten außerordentlich kompliziert und komplex und verlangten viel Erfahrung. Und vor allem galt es, eine Vielzahl unterschiedlicher Gewerke zu koordinieren.

Bei der Sieversbrücke handelt es sich um eine Betonbrücke. Ein wesentliches Gewerk der Baumaßnahme stellte die Betoninstandsetzung des Bauwerkes dar. Damit auch die Untersicht der Sieversbrücke bearbeitet werden konnte, wurde über dem Wasser ein Traggerüst gebaut. Von dieser Arbeitsebene aus war es möglich, die Instandsetzung der Brückenuntersicht auszuführen und ebenso den Ersatzneubau der verschiedenen Versorgungsleitungen (Gasleitung, Wasserleitung und Kabeltrassen für Strom und Telekom) zu realisieren.

Eine Besonderheit der Sieversbrücke besteht in ihrer externen Vorspannung, was es nur sehr selten in Berlin gibt: Die vorhandenen Stabstähle befanden sich außerhalb des Bauwerkes, an der Brückenuntersicht. Diese wurden ausgebaut und durch moderne, vorgespannte Stahlseile, die über die gesamte Brückenlänge durchlaufen und ausschließlich an den Brückenenden, also an den Ufern, eingespannt sind, ersetzt.

Auf der Brückenoberseite wurden die Asphaltbeläge und die Abdichtung erneuert.
Nach der Betonsanierung wurde die Oberseite mit Epoxidharz grundiert und versiegelt und mit Schweißbahn abgedichtet. Anschließend erfolgte der Asphalteinbau über die gesamte Brückenbreite (Fahrbahn- und Kappenbereich). Das etwa 80 Meter lange Geländer wurde auf beiden Seiten ebenfalls erneuert.
Das Bauvorhaben war in verschiedene Aufträge unterschiedlicher Auftraggeber unterteilt: Der Hauptauftrag bestand in der Grundinstandsetzung der Brücke als solcher, dazu kamen der Ersatzneubau verschiedener Leitungen und Kabeltrassen. Dabei musste der Verkehr der Stadtstraße für jede Richtung einstreifig aufrechterhalten und über den jeweils anderen Überbau geführt werden.

Die Firma Matthaei Berlin koordinierte umfangreiche Verkehrsführungsmaßnahmen, Abbrucharbeiten, Betoninstandsetzungsarbeiten, Vermessungsarbeiten, Aus- und Einbau der externen Vorspannung, Herstellung neuer Stahlbetonbauteile im und am Bestand sowie komplexe Gerüstarbeiten.

Zur Eigenleistung unseres Unternehmens gehören unter anderem:

• Erneuerung der Abdichtung, Kappen sowie Brückenbeläge aus Asphalt
• Betonbau

Zusätzlich zur Eigenleistung beauftragt, koordiniert und überwacht hat die Firma Matthäi Nachunternehmer und Fremdgewerke. Zu diesen Leistungen gehören unter anderem:

• Verkehrssicherung
• Betonsanierung des Tragwerks aus Beton
• Erneuerung der Vorspannung (Ersatzneubau externe Spannglieder)
• Tief- und Leitungsbau
• Metall und Geländer
• Gerüstbau

 

Bausumme:
4.400.000,00 EUR (netto)

Bauzeit:
Juli 2013 - November 2017

Auftraggeber: 
WNA Berlin (Oberbehörde: WSV des Bundes)