Matthäi beteiligt sich an NATO-Übungsreihe „Joint Cooperation“
Wie können zivile Unternehmen und staatliche Stellen in Krisensituationen zusammenarbeiten? Mit dieser Frage beschäftigte sich die internationale Übungsreihe „Joint Cooperation“, an der auch die Matthäi-Gruppe beteiligt war. Die Übung fand an drei Terminen im Juni statt und ist Teil einer multinationalen Bundeswehr- und NATO-Initiative zur Landes- und Bündnisverteidigung.
Im Mittelpunkt stand ein Planspiel, das ein sicherheitspolitisches Krisenszenario im sogenannten „Hannover-Korridor“ simulierte. Das Szenario ging von einer eskalierenden hybriden Bedrohungslage aus. Neben Truppenbewegungen wurden auch Stromausfälle, Sabotage- und Drohnenvorfälle, Flüchtlingsbewegungen sowie eine zunehmende Verunsicherung der Bevölkerung angenommen. Die Übung orientierte sich an einer sogenannten NATO-Artikel-4-Lage, die als Vorstufe eines Bündnisfalls gilt.
Für die Matthäi-Gruppe nahmen mehrere Personen an der Übung teil. Gemeinsam mit Vertretern der Bundeswehr sowie internationalen Beobachtern diskutierten sie mögliche Unterstützungsleistungen eines Bauunternehmens in einer solchen Ausnahmesituation.
Im Fokus standen dabei Fragen rund um kurzfristige Infrastruktur- und Tiefbaumaßnahmen, den Einsatz schwerer Baumaschinen sowie die Errichtung temporärer Befestigungen. Darüber hinaus wurden Themen wie die Verfügbarkeit von Personal und Ressourcen, rechtliche Rahmenbedingungen, Sicherheitsaspekte für Mitarbeitende und die Auswirkungen hybrider Bedrohungen auf den laufenden Geschäftsbetrieb betrachtet.
Die Übungsreihe verdeutlicht die Bedeutung einer engen Abstimmung zwischen öffentlichen Stellen und privatwirtschaftlichen Unternehmen bei der Bewältigung komplexer Krisensituationen. Für Matthäi bot die Teilnahme die Möglichkeit, eigene Kompetenzen im Bereich Infrastruktur und Bauwesen in einen übergeordneten sicherheitspolitischen Kontext einzuordnen und gleichzeitig wertvolle Einblicke in mögliche Anforderungen an kritische Infrastruktur zu gewinnen.
Die gewonnenen Erkenntnisse leisten einen Beitrag dazu, auf außergewöhnliche Herausforderungen vorbereitet zu sein und die Rolle der Bauwirtschaft bei der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung wichtiger Infrastruktur besser zu verstehen.